Organisations-/ Projektbewertungen: LCA, CCF und OEF
Immer mehr Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre klimarelevanten Emissionen und Umweltauswirkungen transparent zu erfassen und zu reduzieren. Methoden wie Corporate Carbon Footprint (CCF), Organizational Environmental Carbon Footprint (OEF) und Organizational Life Cycle Assessment (O-LCA) liefern verlässliche Daten und schaffen die Basis für klimaneutrale Strategien und glaubwürdige Nachhaltigkeitsberichte.
Wachsende Anforderungen
Es besteht ein wachsender Bedarf an Klarheit und Nachweisen über die Umweltauswirkungen von Organisationen in einer Vielzahl von Branchen, wie z. B. dem Bausektor, der Industrie oder dem Dienstleistungssektor. Globale und regionale Institutionen verlangen zunehmend von Unternehmen, dass sie ihre betriebsbezogenen Emissionen und Umweltauswirkungen systematisch ermitteln, dokumentieren und offenlegen. Infolgedessen nehmen die Bemühungen um unternehmerische Nachhaltigkeit zu, und Organisationen suchen verstärkt nach Möglichkeiten, ihre gesamten Treibhausgasemissionen und andere Umweltwirkungen messbar zu machen und zu reduzieren.
Etablierte Methoden zur Bewertung der Umweltwirkungen von Organisationen / Projekten
Auf Organisationsebene gibt es etablierte Methoden zur Bewertung der Umweltauswirkungen von Unternehmen. Beispiele hierfür sind die organisationsbezogene Lebenszyklusanalyse (Organizational Life Cycle Assessment, O-LCA), der Corporate Carbon Footprint (CCF) sowie der Organizational Environmental Carbon Footprint (OEF). Diese Verfahren sind durch internationale und europäische Normen geregelt und liefern wertvolle, überprüfbare Daten zur ökologischen Gesamtbilanz eines Unternehmens. Sie bilden die Grundlage für eine fundierte strategische Entscheidungsfindung und sind damit ein zentraler Baustein für den Übergang zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft.
Nutzen für Unternehmen / Organisationen
Diese Methoden schaffen Transparenz über die gesamte ökologische Wirkung einer Organisation und liefern Entscheidungsgrundlagen, um:
- Emissionen systematisch zu senken und Klimaneutralitätsziele zu erreichen,
- gesetzliche Anforderungen (z. B. CSRD/ESRS, EU-Taxonomie) zu erfüllen,
- und Wettbewerbsvorteile durch glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation zu sichern.
Organizational Life Cycle Assessment (O-LCA)
Die O-LCA ist eine umfassende Methode zur Bewertung der gesamten Umweltauswirkungen einer Organisation über ihren vollständigen Wertschöpfungszyklus hinweg – von der Rohstoffbeschaffung über die Produktion und den Vertrieb bis hin zu Nutzung, Dienstleistungserbringung und End-of-Life-Prozessen. Sie basiert auf den Grundprinzipien der ISO 14040/44 und den Leitlinien der ISO/TS 14072. Wie bei produktbezogenen LCAs werden verschiedene Umweltauswirkungskategorien betrachtet, z. B. das globale Erwärmungspotenzial (GWP), das Ozonabbaupotenzial (ODP) oder der Wasserverbrauch (WDP). Auf dieser Grundlage können Hotspots identifiziert, Emissionsminderungsmaßnahmen entwickelt und Nachhaltigkeitsstrategien ganzheitlich optimiert werden.
Die O-LCA bildet die methodische Grundlage für den CCF und den OEF.
Corporate Carbon Footprint (CCF)
Der Corporate Carbon Footprint (CCF) ermittelt und bewertet die gesamten Treibhausgasemissionen, die durch die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens entstehen. Er bezieht sich auf das gesamte Unternehmen – von der Energie- und Materialbeschaffung über Produktion, Transport und Geschäftsreisen bis hin zu Entsorgung und Recyclingprozessen. Die Berechnung erfolgt gemäß der Norm ISO 14064-1 sowie dem GHG Protocol und berücksichtigt alle relevanten Emissionsquellen entlang der drei Scopes:
- Scope 1: Direkte Emissionen aus eigenen oder kontrollierten Quellen (z. B. Brennstoffe, firmeneigene Fahrzeuge).
- Scope 2: Indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie (z. B. Strom, Wärme, Dampf).
- Scope 3: Sonstige indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (z. B. vor- und nachgelagerte Transporte, Geschäftsreisen, Abfall).
Ein CCF liefert eine ganzheitliche Grundlage, um Hotspots zu identifizieren, Emissionsminderungsstrategien zu entwickeln und Nachhaltigkeitsziele – etwa die Klimaneutralität – systematisch zu verfolgen.
Corporate Carbon Footprint (CCF)
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Organizational Environmental Footprint (OEF)
Der Organizational Environmental Footprint (OEF) erweitert den CCF um zusätzliche Umweltaspekte. Er ist ein umfassender Ansatz zur ganzheitlichen Bewertung der Umweltwirkungen einer Organisation. Es werden nicht nur Treibhausgasemissionen, sondern auch weitere Umweltauswirkungen, wie etwa Ressourcenverbrauch, Versauerung, Eutrophierung oder Wasserentnahme, analysiert. Durch diese breitere Perspektive liefert der OEF belastbare Daten für:
- Strategien zur Reduktion von Umweltauswirkungen über den Klimaschutz hinaus,
- die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach internationalen Standards (z. B. GRI, CSRD/ESRS),
- sowie die Erfüllung gesetzlicher und freiwilliger Umweltanforderungen. Damit bietet der OEF Unternehmen eine fundierte Entscheidungsbasis, um ökologische Verbesserungsmaßnahmen gezielt und transparent umzusetzen.
Net-Zero Emissions - Net Zero Aligned Organizations
Die ISO (International Organization for Standardization) arbeitet derzeit an einem Standard zur Definition glaubwürdiger Netto-Null-Strategien für Organisationen, um einen standardisierten Rahmen für die Dekarbonisierung von Organisationen und die Fortschritte bei der Erreichung der Netto-Null-Ziele auf globaler Ebene zu schaffen. Die ISO 14060 „Net Zero Aligned Organizations“ soll Unternehmen einen strukturierten Ansatz für die Festlegung, Umsetzung und Überprüfung wissenschaftsbasierter Netto-Null-Ziele bieten. So sollen Fortschritte überprüfbar werden und die Erreichung eines Gleichgewichts aus den Emissionen in und dem Entzug von Treibhausgasen aus der Atmosphäre gewährleistet werden.
Während die ISO 14060 derzeit noch in Arbeit ist, gibt es bereits das IWA 42 (International Workshop Agreement), das einen vorläufigen Leitfaden für die Erreichung von Netto-Null-Emissionen darstellt.
Wir unterstützen Sie gerne im Rahmen eines Zertifizierungsaudits dabei, Ihr Unternehmen auf Netto-Null-Emissionen auszurichten: Wir bewerten Ihre Fortschritte anhand wissenschaftlich fundierter Ziele und Reduktionsmeilensteine im Rahmen einer Zertifizierungsbewertung gemäß ISO IWA 42 (Net Zero Guidelines) zur Bestätigung, dass das Unternehmen auf dem Weg zur Erreichung seiner Netto-Null-Ziele ist.
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